Montag, 17. Dezember 2012

Es weihnachtet schwer 17.12.2012

Ohhhhhh, nur noch eine Woche und dann ist Weihnachten :-) Die letzte Zeit hab ich mir hauptsächlich mit verschiedenen weihnachtlichen Aktivitäten vertrieben. Denn obwohl Weihnachten gar nicht offiziell gefeiert wird, haben die Japaner sich angewöhnt, das Fest zumindest inoffiziell zu begehen.

Roppongi Hills Weihnachtsmarkt
Angefangen hat das mit meinem ersten Weihnachstmarktbesuch in diesem Jahr. Zusammen mit Saki bin ich nach Tokyo zum Roppongi Hills Weihnachtsmarkt gefahren. Wie ihr seht, hatte ich auch zum ersten Mal meinen Wintermantel an. Am Mittwoch Abend waren nämlich nur 5°C. Das war bisher aber auch das einzige Mal...

Der Roppongi Hills Weihnachtsmarkt war relativ klein, aber ganz liebevoll geschmückt mit Pyramiden, Nussknackern und allerhand anderen weihnachtlichen Figuren. Es wurde auch Deko verkauft, beispielsweise gab es einen Käthe Wohlfahrt-Stand. 

Uns haben aber die deutschen Lebensmittel mehr gereizt. Vertreten waren beispielsweise der Schoko-Laden, Kathrins Flammkuchen, das Münchener Hofbräuhaus und ein Kaiser Grill. Dort haben wir uns eine Thüringer für 5€ und einen Glühwein für 6€ gegönnt. Saki war sichtlich begeistert, endlich wieder deutsche Kost genießen zu können!


Ich hab auch mal die Speisekarte für euch fotografiert, damit ihr nach Fehlern suchen könnt ;-)


Juhuuuuuuuuu!
Wer findet die Fehler? :-)


Weihnachtskuchen
Am Donnerstag haben wir dann im Unterricht Kuchen gemacht ;-) Also das heißt, während Dorji und ich einen kleinen Test geschrieben haben, hat unsere Lehrerin Kekse in Milch eingelegt und dann mit Sahne bestrichen zu einer Kuchenrolle zusammengesetzt. Nach zwei Stunden waren die Kekse weich, die Sahne fest und unsere beiden Japanisch-Kurse haben fleißig dekoriert. Oben rechts auf dem Foto seht ihr mein kleines Kunstwerk und unten Dorjis Tempel-Nachbau :-)

Wohnheim-Weihnachtsparty

Auch das Wohnheim hat eine Weihnachtsparty veranstaltet. Und das sogar - oho! - für Jungs und Mädchen gemeinsam. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde diese "Party" allerdings nicht unbedingt mein Favorit werden...Zunächst einmal waren nur ca. 30 Leute von den schätzungsweise 200 Bewohnern da. Vielleicht haben die anderen sich das auch vorher genau überlegt...Also die Wohnheimleiter haben sich ohne Frage viel Mühe gegeben! Aber für mich sah das Ganze wieder mehr nach Kinderfeier aus als nach Studentenparty. Allen wurden Sitzplätze an vier verschiedenen Tischen zugewiesen, damit sich mal neue Leute kennen lernen konnten. Dann wurden so lustige Spiele wie Bingo und Pantomime gespielt und die Krönung war auch hier das Dekorieren eines Kuchens mit unseren Gewinnen aus den vorherigen Spielen. Also beispielsweise Erdbeeren, Mandarinen, Bananen, Schokolinsen, Oreo-Keksen, Mais, Gurken, Sardinen...jaaa, so ganz witzig fand ich das alles nicht. Aber hey, ich hab ein Weihnachtsgeschenk bekommen: Jeder bekam eine Packung Taschentücher xD

Da hat mir mein Ausflug am Sonntag mit Miyu erheblich besser gefallen! Wir haben uns in Yokohama getroffen. Das ist die zweitgrößte Stadt in Japan, die in einem fließenden Übergang an Tokyo grenzt und auch dort gibt es einen deutschen Weihnachtsmarkt! Am Sonntag muss allerdings noch eine andere Veranstaltung gewesen sein. Ich hab zum ersten Mal eine große Anzahl von Cosplayern gesehen. Das Wort setzt sich zusammen aus den englischen Worten costume und play und ist eine Bezeichnung für Leute, die sich wie Charaktere aus Animes und Mangas verkleiden...Das gilt hier, glaub ich, als Hobby!


Cosplayer von Weitem


Red Brick Warehouse Christmas Market


Der Weihnachtsmarkt in Yokohama nannte sich "Red Brick Warehouse Christmas Market" (das ist bei Tag schlecht zu erkennen und auf dem Foto umso schlechter), weil er an beiden Seiten von roten Backsteinhäusern gesäumt wurde, in denen sich verschiedene Läden befanden, die beispielsweise Schmuck, handgearbeitete Deko und auch Stollen angeboten haben. Der Weihnachtsmarkt war auch nicht soo besonders groß. Dafür waren aber jede Menge Besucher da! Es gab sogar eine Eislaufbahn, auf der sich Groß und Klein vergnügt haben.


Oh du fröhliche...
Allerdings hat das für mich alles irgendwie nicht ganz zusammengepasst. Ich glaub, es war der wärmste Tag im ganzen Dezember! Für mich wirkte der bunt dekorierte Baum mit den Krippenspielfiguren bei 18°C und Sonnenschein irgendwie fehlplatziert. Trotzdem haben sich die Japaner in einer langen Schlange angestellt, um Fotos vor dem Baum und den rechts und links aufgestellten Weihnachtsglocken zu machen.

Und für mich gab es eine große Premiere: Das war definitiv das erste (und vermutlich einzige) Mal in meinem Leben, dass ich nur im leichten Pulli bekleidet auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein getrunken habe!
Leckerer heißer Glühwein in der Sonne

Trotzdem war es wirklich schön! Ich hab das Wetter genossen und mich über die vertrauten Düfte gefreut. Beispielsweise gab es, anders als in Roppongi, auch einen Stand mit gebrannten Mandeln, den "Nutty Bavarian". Und als Deko-Elemente wurden verschiedene Figuren aus deutschen Märchen gewählt. Die Bremer Stadtmusikanten, Rotkäppchen, Brüderchen und Schwesterchen...und Miyu hat mir erzählt, dass man diese Märchen auch in Japan liest. Sie meinte, alle Kinder kennen sie.

Und sie war sehr begeistert von Glühwein, Brezeln und Thüringer Bratwurst. Tja, ich hab hier in Japan in dieser Woche mehr Bratwurst gegessen als ich in Deutschland gegessen hätte!^^ Und ich hab auch noch eine ganze Flasche Glühwein (10€) gekauft, die ich nachher spendieren will, wenn die nächste Weihnachtsparty ansteht. Diesmal feiert unser Wohnheim-Stockwerk. Es wird wieder Nabe geben und weil Getränke selbst mitgebracht werden, diesmal definitiv auch Alkohol... ;-) 


"Ca" gibt es nicht ;-)
Yokohama Weihnachtsmarkt
Jedenfalls sind wir dann am Sonntag noch ein wenig am Hafen von Yokohama entlang spaziert und letztendlich noch auf eine Purikura-Maschine gestoßen. Nun hab ich auch ein paar "echt japanische" witzige Bildchen.



So haben wir uns die Zeit vertrieben, bis es so langsam dunkel wurde und wir die Weihnachtsbeleuchtung von Yokohama bewundern konnten.



Ausnahmsweise...
...mal...
...nicht zu bunt

Und auch ohne Weihnachtslichter ist die Stadt nachts hübsch beleuchtet. Kurz vor dem Hafen gibt es einen kleinen Freizeitpark mit einem großen Riesenrad, das ständig die Farben wechselt.


Yokohama bei Nacht

So, nun hab ich euch von allen Erlebnissen der letzten Woche erzählt. Und die Weihnachtsfreude nimmt einfach kein Ende ;-) Wie gesagt, ist nachher noch Party vom zweiten Stock, morgen noch mal im Unterricht, Donnerstag bei Frau Higuchi in Tokyo...Und am Freitag steig ich dann in den Flieger nach Osaka *freu* Ich versuch aber, mich vorher noch mal zu melden...
Nur für den Fall, dass die Welt untergehen sollte ;-) Bye bye

Montag, 10. Dezember 2012

Japanischer Herbst 10.12.2012

Nabe-Party im Wohnheim
Tja was soll ich sagen..ich fange heute mal wieder mit einem Bericht über Essen an :-) Letzte Woche haben wir nämlich im Wohnheim eine Nabe-Party veranstaltet. Dabei haben wir drei verschiedene Versionen dieses Eintopfgerichtes gekocht. Die Kimchi-Version war typischerweise sehr scharf und bei den anderen beiden war die Grundlage wohl einmal Fleischbrühe und einmal noch eine andere Art Brühe. Und darin wurden dann Gyōza (chinesische Maultaschen), Schweinefleisch, Tofu, Kohl, Zwiebeln, Pilze und anderes ca. 10 Minuten gekocht. Da wir sechs Mädels aus unserer Wohneinheit waren, hat das Schnippeln auch nicht lang gedauert und wir konnten es uns bald schmecken lassen. Ich persönlich fand die scharfe Version sehr lecker! Die anderen beiden waren gar nicht so sehr verschieden von deutschen Suppen. Und zum Nachtisch gabs dann auch noch deutschen Stollen aus meinem Weihnachtspäckchen. Davon waren alle ganz begeistert! Ihr dürft übrigens mal raten: Auf dem Foto sind drei Japanerinnen, eine Chinesin und eine Taiwanesin. Am Aussehen könnte ich sie ehrlich gesagt auch noch nicht sicher unterscheiden. Dafür aber immerhin schon an der Sprache...


Herbstfärbung auf dem Campus
Inzwischen ist unser Campus schön herbstlich bunt. Letzte Woche war ich mehrfach auf meinem Stammplatz zum Lesen. Und es war noch wieder ein Fototag. Diesmal hat die Vorbereitung eine Stunde vorher angefangen, was dann darin endetet, dass zum tatsächlichen Zeitpunkt des Fotos die Stühle wieder verrückt werden mussten, weil inzwischen die Sonne weitergewandert war... Aber das Knipsen an sich dauert dann gar nicht lang. Darin sind alle schon geübt :-)

Am Samstag bin ich wieder mit Dorji und Ugen unterwegs gewesen. Diesmal war auch die Japanerin Miyu dabei. Sie wohnt nämlich in Narita und dort haben wir uns den Shinshō-Tempel angeschaut. Die ganze Anlage ist hier bekannt als Naritasan, also der Berg Narita, weil der Tempel eben auf einem Hügel liegt. Wie ihr sehen könnt, hab ich diesmal auch die rituelle Reinigung vor dem Tempelbesuch vollzogen. Allerdings hab ich
den Mund ausgelassen. Miyu hat das auch gemacht, also ist das wohl okay ;-)

Reinigung am Wasserbecken

Der buddhistische Tempel wurde im Jahr 940 gegründet und danach um mehrere Gebäude erweitert. Die aktuelle Haupthalle stammt aus dem Jahr 1968. Ich bin immer wieder beeindruckt von den Ausmaßen und dem Detailreichtum einzelner Elemente.

Säule im Tempelinneren
Großer Lampion im Tor
Verzierte Laterne

Pagode des Friedens
Auf dem höchsten Punkt des Berges steht die Pagode des Friedens. Sie ist insgesamt 58 Meter hoch und wurde errichtet, um für Weltfrieden zu beten. Die meisten Pagoden haben drei oder fünf Stockwerke, also eine ungerade Zahl. Diese Form von Pagode mit einer geraden Anzahl an Stockwerken nennt sich Daito, also große Tahō-Pagode. (Tahō-Pagoden haben ebenfalls eine gerade Anzahl an Stockwerken aber eine kleinere Grundfläche.) Inzwischen gibt es nur noch wenige Daito in Japan. Die in Narita ist noch recht jung, aus dem Jahr 1984. Was sich darin verbirgt, haben wir allerdings nicht rausgefunden. Zur Zeit unseres Besuchs wehte ein starker Wind, weshalb sie die Türen verschlossen hatten. 
Deshalb haben wir uns auch lieber wieder etwas weiter nach unten begeben in den sich anschließenden Park, wo der Wind nicht ganz so stark war. Auch hier ist inzwischen der Herbst eingekehrt und wir konnten unseren Spaziergang richtig genießen. Das heißt, ich habe ihn richtig genossen. Miyu hat eher gefroren. Für die Japaner ist jetzt wirklich schon Winter. Aber wenn der Wind nicht gewesen wäre, hätte ich noch nicht mal die Jacke gebraucht. Und mein Wintermantel hängt noch unbenutzt im Schrank!

Mit Miyu und Dorji vor dem Springbrunnen
Versteckspiel ;-)
Miyu zum ersten Mal im Park

Obwohl Miyu in Narita wohnt, war es für sie auch der erste Besuch des Parks. Die naheliegenden Dinge werden eben oft nicht richtig wahrgenommen. Ich werd mich nach meiner Rückkehr nach Deutschland wohl auch bemühen müssen, Deutschland genauso gut kennen zu lernen wie Japan :-) Witzigerweise hatte Miyu dann auch irgendwann gar keine Orientierung mehr. Dabei standen im Park auch immer mal wieder Pläne. Trotzdem schien sie hochbeeindruckt, dass ich uns über einen anderen Weg zurückgeführt habe, als wir gekommen waren^^

Aal-Zubereitung
Der Fußweg zum Tempel ist übrigens auch schon an sich sehenswert. An der Straße reihen sich Restaurants an verschiedenste Läden und Souvenirshops und es gibt allerlei typisch japanische Snacks. Beispielsweise winzige getrocknete Garnelen von ca. einem Zentimeter Größe, die einfach wie Kartoffelchips gegessen werden. 

Und auf dem Rückweg ist mir dann das Restaurant aufgefallen, bei dem man von der Straße aus beobachten kann, wie Aal frisch zubereitet wird. Und damit mein ich wirklich frisch. Das kleine Kerlchen ist kurz zuvor noch fröhlich in dem schwarzen großen Eimer geschwommen... Dabei ist das nicht etwa die Küche, sondern ein Tisch direkt im Gastraum!

Ach ja, eins noch: Das große Erdbeben, von dem bei euch in den Medien berichtet wurde, war bei mir gar nicht so schlimm. In Nordjapan hat es wohl ziemlich gewackelt und bei mir ein bisschen mehr als sonst. Aber nach ein paar kleinen Nachbeben war wieder alles ganz ruhig und Miyu's Kurs hat auch gleich ganz normal mit dem Unterricht weitergemacht. Für mich hat es sich schon merkwürdig angefühlt (vor allem, weil die Wohnheimmöbel so klapprig sind^^). Aber insbesondere seit dem letzten Jahr herrschen hier einfach ganz andere Standards für stark und schwach. Ungefähr ein Mal pro Woche, oftmals nachts, gibt es kleinere Beben, die selbst ich schon nicht mehr richtig wahrnehme und einfach im Halbschlaf kurz registriere. Und irgendwann wird vermutlich auch Stärke 4 mich nicht mehr großartig erschrecken.

Gut, das soll es erstmal gewesen sein. Ich hoffe, dass ihr nicht zu sehr im Schnee-Chaos versinkt! 
Ein kleines bisschen beneide ich euch gerade sogar um den Schnee!

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Attribute für Japan: laut und blinkend 05.12.2012

Hohohooooooooooooo :-) Es ist zwar noch nicht ganz Nikolaus, aber ich versuch mich mal ein bisschen in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Das fehlt hier schon ein bisschen. Immerhin hab ich tolle Weihnachtskalender und Stollen aus Deutschland. Danke! Und die Läden sind schon geschmückt und spielen unentwegt Weihnachtslieder. Allerdings find ich das alles nicht besonders weihnachtlich. Es ist einfach laut und ein paar bunte Lichter blinken - also eigentlich wie immer. Von Ruhe und Besinnlichkeit zur Weihnachtszeit hat hier wohl noch keiner was gehört...

Das Wetter lässt auch noch nicht vermuten, dass schon Dezember ist. Heute ist mal wieder ein schöner klarer Tag bei sonnigen 13°C. Ich hab mir angewöhnt, mich an so solchen Tagen unter dem zentralen Baum auf dem Campus auf eine Bank zu setzen, dort zu lesen oder zu lernen und nebenbei den Müttern mit ihren Kindern zuzusehen, wie sie Seil springen, fangen spielen oder picknicken. Auf dem Campus gibt es nämlich auch einen Kindergarten und irgenwie scheint immer Abholzeit zu sein. Bemerkenswerterweise hab ich immerhin auch schon einen Vater mit seiner Tochter gesehen. Ansonsten sind in diesem Bereich die Rollen doch wohl noch sehr klar verteilt.

Einfach so im Park zu sitzen und zu beobachten hat mir schon manche Einblicke in die japanische Kultur ermöglicht. An einem Tag sollte ein Gruppenfoto von den Teilnehmern irgendeines Treffens gemacht werden. Als erstes war nur der Fotograf da und hat Stühle zum Sitzen und kleine Podeste zum Stehen aufgestellt. Allein die richtige Ausrichtung der leeren Stühle hat schon mindestens 20 Minuten gedauert, bevor die ersten zu Fotografierenden überhaupt aufgetaucht sind. Es muss eben alles ganz genau stimmen...

Nun von meinen allgemeinen Eindrücken zu den speziellen Erlebnissen am letzten Wochenende. Wie schon angekündigt, war ich von Donnerstag Abend bis Montag früh bei Heiko in Hamamatsu. Und Heiko hatte für uns ein sehr geselliges Wochenende geplant.

Na gut, der gesellige Part hatte streng genommen nicht den größten Anteil an unserer gemeinsamen Zeit...Der bestand nämlich wieder aus vielen verschiedenen Restaurants :-) Aber weil das hier kein Gourmet-Führer ist, spare ich mir diesmal Ausführungen über unsere kulinarischen Höhepunkte. 

Nur einen muss ich erwähnen: 回転寿司 - Kaitenzushi ist die Bezeichnung für Restaurants, in denen Sushi auf Fließbändern an den Tischen vorbei läuft. Und dann kann man sich all seine Lieblings-Sushi nehmen oder auch frisch bestellen und warten, bis sie mit entsprechender Kennzeichnung angefahren kommen. Natürlich sehr lecker und dazu auch noch preiswert. Es war wirklich eine gute Idee von den Leuten aus Heikos Arbeitsgruppe, mit uns dorthin zu gehen! Allerdings haben sie auch ausdrücklich gezeigt, dass Sushi für die Japaner ein wichtiges Essen ist. Von meinen vier Desserts schienen sie nicht so begeistert. Sie selbst haben dort auch nichts Süßes gegessen, denn "This is a sushi restaurant".

Er hat ihn umgehauen :-)
Und nach dem Essen waren wir dann noch bowlen. Auf der größten Bowlingbahn, die ich je gesehen hab. Insgesamt gab es 40 Bahnen. Und kleine Gewinne. Zuerst dachte ich, mein kleiner Onepiece-Anhänger inklusive kleinem Bowling-Pin sei der Trostpreis^^ Später hat man mir aber gesagt, dass jeder einen bekommt, der eine 0 im Rundenergebnis hat. Deshalb hab ich für meine 100 Punkte auch gleich zwei Anhänger bekommen. Und sogleich an Heikos Tutorin weitergeschenkt. Ich hab die Serie Onepiece noch nie gesehen und weiß gar nicht, was an diesen kleinen irrealen Figuren so toll sein soll...trotzdem doch eine nette Geste. Anmerken muss ich noch, dass ich nicht die Schlechteste war! ;-) Und dass Bowlen hier sehr teuer ist!

Spielhalle



Ein Stockwerk unter der Bowlinghalle lag eine パチンコ屋. Pachinko ist der Ausdruck für Flipperautomaten und Ähnliches, eine Spielhalle halt. Auch dazu fällt mir nur ein: LAUT, blinkend und nervtötend. Wir hatten von der Bowlingbahn ein paar Coupons für die Halle bekommen und haben uns deshalb an den Greifarmautomaten probiert. Glück hatte aber keiner von uns. Leider kein überdimensionales Winnie Poo Plüschtier :-( 

Für den Samstag hatte Heiko mir ein Fahrrad organisiert, das wir an seinem Wohnheim abgeholt haben. Mit den Rädern sind wir dann zu den Sanddünen gefahren, die an der Küste von Hamamatsu angelegt wurden.

Ganz schön steife Brise
Die Flut kommt
So gern ich auch am Wasser bin, der Wind war einfach unerträglich kalt! Deshalb haben wir es auch gar nicht ganz bis zum Sonnenuntergang ausgehalten und sind lieber etwas weiter hinter die Dünen geflüchtet.


Achtung: Dies ist keine Werbung :-)

Abends waren wir dann noch mit einer internationalen Truppe [essen und] Karaoke singen. Die Location war sehr interessant! Vorn eine Autowerkstatt, in der auch nachts noch geschraubt wird und hinten kleine Container, in denen man singt. Ich hab mich auch mal an einem japanischen Lied versucht - und dabei die mathematischen Gesetze außer Kraft gesetzt! Wenn ich mich recht erinnere, ist minus x minus = plus... Aber wenn man nicht singen kann und nicht übermäßig gut Japanisch kann, bedeutet das nicht automatisch, dass man dann gut auf Japanisch singen kann :-) Allerdings muss ich sagen, dass es mehr an der Melodie gescheitert ist als am Text! Na ja, mit Heiko singen gehen ist ja auch deprimierend! ...nun kommt doch noch die Werbung: Ich warte übrigens sehnsüchtig auf die neue Octavians-CD ;-) Also haltet euch ran, Jungs!

Zum Schluss noch die freudige Nachricht, dass das Ergebnis meines Kanji-Tests sehr gut war. Das ermutigt mich, nun gleich weiter zu lernen. Deshalb:

**Winke Winke**

Mittwoch, 28. November 2012

Lernen und leben 28.11.2012

Jaaaaa, zurück in der Freiheit! :-) Heute hab ich einen Kanji-Test geschrieben und dafür vorher eine ganze Menge gelernt! Letztendlich war es aber gar nicht so schlimm. Aber berauschend sind meine Aussichten trotzdem nicht: Ich hab mich mal erkundigt, wann ein Kind alle Kanjis kennt. Mit "alle" sind dabei die ca. 2000 von über 45000 gemeint, die man braucht, um im Alltag zurecht zu kommen. Soweit ich es verstanden hab, gibt es Kanji, die ein Kind nach der Grundschule beherrschen muss und noch weitere, die in der Mittelstufe gelernt werden...Kurzum: Die Japaner lernen fast ihre gesamte Schulzeit über Schriftzeichen und ich hab gerade mal ein Jahr dafür! Na das kann ja was werden!

Trotzdem hab ich natürlich meine Zeit nicht nur mit Lernen verbracht! Ich hab irgendwo gelesen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen... ;-) An dieser Stelle mal viele Grüße nach Jena!

Genossen hab ich meinen Ausflug nach Kamakura auf jeden Fall! Dorji und sein bhutanischer Freund Ugen haben mich mitgenommen. Schon allein die Fahrt mit den beiden war ganz interessant! Sie waren sehr interessiert am Leben in Deutschland und haben mir im Gegenzug von Bhutan erzählt. Das ist natürlich noch mal eine ganz andere Welt. Beispielsweise werden die Züge dort immer noch mit Kohle betrieben und sind dadurch auch ziemlich unzuverlässig. Die beste Art zu reisen ist das Taxi. Man bezahlt dort für eine Strecke von 70km gerade mal umgerechnet 3€. Aber die Einwohner empfinden das nicht als billg. Die Busse sind noch günstiger, brauchen über die bergigen Straßen aber mehrere Stunden selbst für kurze Strecken. Und dann hat mir Dorji noch erzählt, dass er in der Grundschule einen Schulweg von jeweils 2 Stunden hatte - zu Fuß! Und ich hab mich früher beschwert, weil ich eine halbe Stunde Bus fahren musste...
 
Kamakura ist ein Küstenort, in dessen Gebiet es insgesamt über 50 Tempel und Schreine gibt. Und dementsprechend viele Touristen. Die kleine eigene Bahnstrecke, die den Bahnhof Kamakura mit den beliebtesten Ausflugszielen verbindet, ist völlig überlastet! Aber in Japan gewöhnt man sich ja schnell an volle Züge...

Auch wir haben uns zuerst auf die Hauptattraktion konzentriert, den großen Buddha von Kamakura:

Kamakura Daibutsu

Im Vergleich zum Ushiku Daibutsu ist die Bronze-Statue ziemlich winzig. (Ich hab Größenangaben zwischen 11,4 und 13,35 Metern gefunden - nachgemessen hab ich nun leider nicht^^) Dafür ist dieser Buddha um Einiges älter! Er stammt nämlich aus dem Jahr 1252. Eigentlich stand er auch mal in einer großen Halle. Aber eines Tages kam ein Tsunami vorbei. Und mit der Halle war es dann eben auch vorbei. Seitdem steht der Buddha im Freien und bekommt täglich Besuch aus aller Welt.

Nicht weit entfernt von Buddha ist der Hase-Tempel. Die größte Attraktion dort ist eine über 9 Meter hohe aus Holz geschnitzte Statue einer buddhistischen Gottheit. Fotografieren durfte ich sie nicht und da ich nicht wirklich viel Ahnung von Buddhismus hab, kann ich euch leider auch die Bedeutung nicht richtig erklären. Vielleicht sollte ich mal Dorji fragen ;-)

Ich fand aber ohnehin die Umgebung des Tempels viel schöner! Im Eingangsbereich gab es wieder einen kleinen Garten mit Teichen, Brücken und Wasserfällen. Ich mag Wasserfälle :-) Schade nur, dass die Pflanzen noch nicht ganz ihre Herbstfärbung erreicht haben. In Kamakura ist die Hochsaison der Herbstfarben erst Anfang Dezember. 

Im Tempelgarten
Ugen und Dorji





















Die Tempelanlage erstreckt sich über zwei Etagen und von der zweiten Etagen aus kann man noch weiter nach oben laufen, um eine schöne Aussicht über die Bucht von Kamakura zu bekommen.

Bucht von Kamakura


Fast so groß wie der Bambus ;-)
In Japan gibt es natürlich unzählige Pflanzenarten, die es in Deutschland nicht gibt. Besonders der Bambus hat es mit angetan. Aber so sehr ich mich auch anstrenge, ich komme an seine Größe nicht heran. Kein Wunder: Manche Bambusarten wachsen an zwei Tagen mehr als ich es in 23 Jahren gaschafft habe...

Außerdem ist der Japanische Ahorn sehr schön. Einen seht ihr im Hintergrund auf dem Bild von Ugen und Dorji. Die Blätter sind hübsch sternförmig (eigentlich erinnern sie ein bisschen an Hanf-Blätter) und färben sich von grün über gelb zu orange und rot. Aber wie gesagt sind sie in Kamakura noch nicht bei rot angekommen. 



Dorji lutscht übrigens die ganze Zeit über Gewürz-Nelken. Er meint, dass ihn das warm hält. Ich finde, er riecht wie ein großer Lebkuchen :-) Passt ja zum ersten Advent am Sonntag. Euch allen eine schöne Vorweihnachtszeit! Ich werd das Wochenende mit Heiko verbringen und weil das Wochenende für mich morgen um 15 Uhr beginnt, werd ich nun mal langsam packen.

Abgeschlossen haben wir unseren Ausflug am Sonntag mit einem kleinen Strandspaziergang und mit diesem Bild schließe ich heute auch meinen Eintrag ab. (So einfach drückt man sich um Abschiedsfloskeln^^)

Kamakura Beach

Montag, 19. November 2012

So weit die Füße tragen 19.11.2012

Brrrrrrrr, ist euch auch so kalt?! Mh na ja, vermutlich ist euch noch kälter als mir... Für mich ist es nur so ungewohnt, weil heute wirklich der erste Tag ist, an dem tagsüber mal unter 10°C (also 9) sind. Und, weil das Wetter total verrückt spielt! Kein Tag ist wie der andere: Freitag super-klares Herbstwetter mit Wind, Samstag Dauerregen, gestern sommerlich-warme Temperaturen und heute nun das. Na wenigstens wird es nicht langweilig...

Ich habe festgestellt, dass das Zugfahren in Japan wirklich Spaß machen kann. Wenn man einen Platz hat - denn zu Stoßzeiten ist nicht nur der Nahverkehr in Tokyo überlastet, sondern auch die Regionalbahnen. Aber immerhin fahren alle Züge pünktlich! Unglaublich, oder?! Also klar, Shinkansen fahren ist sowieso sehr komfortabel. Aber weil ich freitags ja keinen Unterricht habe, dachte ich mir, ich spare mal ein bisschen Geld und fahre mit dem Bummelzug, der ungefähr doppelt so lang wie der Shinkansen braucht. Die Zeit konnte ich schließlich gut zum Kanji-Lernen nutzen. Allerdings war auch die Aussicht klasse! Die Gleise führen teilweise nämlich direkt am Pazifik entlang. Ihr müsst euch das so vorstellen: Ich schaue nach links aus dem Fenster und sehe Palmen und endlos weites, blau glitzerndes Meer. Dann wende ich mich nach rechts, und sehe dort die Berge, über denen der inzwischen schneebedeckte Fujiyama thront. WOW! Dieses Panaorama kann man leider nicht auf einem Bild zusammenbringen...


Heiko erwartet gespannt den nächsten Gang
Dieses mal war mein Ziel Shizuoka, die Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur. Heiko und ich sind am frühen Abend dort eingetroffen und haben gleich die erste "Attraktion" erlebt: In Shizuoka kann man gut essen :-) Wir waren in einem gemütlichen kleinen Restaurant, in dem alle Gäste ihre eigenen vier Wände haben. Wir saßen also in einem kleinen abgetrennten Raum und die Bedienung hat jedes Mal geklopft, wenn sie uns eins der neun verschiedenen Gerichte oder ein neues Getränk gebracht hat, welches in der Flatrate enthalten war. Das ist natürlich nicht ganz billig, aber lohnt sich sehr! Das Nabemono auf dem Foto ist sozusagen das Hauptgericht, das während des Essens direkt auf einem Kocher auf dem Tisch zubereitet wird. Nabe heißt Topf - das Gericht ist also ein Eintopf aus beispielsweise Kohl, Möhren, Fleischklößchen, Wachteleiern und noch viel mehr, angereichert mit Brühe. Außerdem war es scharf gewürzt, denn Eintopf wird vor allem im Winter zum Wärmen gegessen. Insgesamt war es auch ganz lecker, nur das Fleisch war etwas sehr zäh... Ich bin ja ohnehin kein großer Fleisch-Fan. Da hab ich mich lieber an Sashimi (roher Fisch, rechts im Bild), frittierte Lotus-Wurzel und allerlei andere Köstlichkeiten gehalten.

Nach dem Essen konnten wir uns kaum noch bewegen. Zum Glück war es nicht weit zum Hotel. Und am Samstag waren dann auch nicht viele Aktivitäten möglich. Wie schon erwähnt: Regen, Regen, Regen,...! Und als wir uns schließlich doch noch aus dem Hotel gewagt haben, sind wir auch nur wieder in einem Restaurant gelandet :-) Diesmal gab es Tempura. Diese Bezeichnung steht für alles, was schöööööööön reichhaltig und knusprig frittiert ist. Unter anderem Garnelen, Hackfleisch-Käse-Bällchen, Cordon Bleu... Ich hoffe, dass wenigstens ein paar der Kalorien dann bei unserem Sonntagsausflug draufgegangen sind!

Direkt um die Ecke vom Hotel lag der Sumpu Castle Park. Dieser wird komplett von Wassergräben und hohen Steinmauern begrenzt, von denen einige sogar noch aus dem Jahr 1595 bzw. einer Restauration in 1607 stammen sollen. Aber ganz genau hab ich das nun nicht rausgefunden. Einige Teile der Mauer müssen auch irgendwann in den letzten zwei Jahren restauriert worden sein, denn es gibt Bilder von Erdbebenschäden in 2010... Wir waren aber auch gar nicht im (definitiv restaurierten) Schloss selbst, sondern im japanischen Garten "Momijiyama", der innerhalb der Mauern angelegt wurde.

Für den kleinen Betrag von 1,50€ konnten wir den Garten besichtigen und haben sogar kostenlos einen englischen Audioguide dazu bekommen. In perfektem Englisch wurden uns so über Kopfhörer die vier verschiedenen Teile des Gartens mit ihren Pflanzen und Bedeutungen erklärt. Was ich mir gemerkt habe, ist zum Beispiel, dass die Sträucher vor dem Teehaus Wolken darstellen und das Teehaus sozusagen über den Wolken schwebt. Ein kleines Zeichen dafür, wie wichtig Tee (vor allem grüner) in Japan ist. Im Teehaus haben wir natürlich auch Tee getrunken - vermutlich etwas unkonventioneller als bei einer richtigen Tee-Zeremonie. So ganz schmackhaft finde ich den japanischen allerdings Tee nicht... Aber hier wird sich überall damit gerühmt! So sollen auch die Azaleen-Sträucher rund um die Miniatur des Fujiyamas als Terassen angelegte Tee-Felder darstellen. Der Fuji ist ein Wahrzeichen von Shizuoka, und die Stadt ist einer der wichtigsten Tee-Produzenten in Japan... Aber ich glaube, es gibt kaum Städte mit Teefeldern in der Umgebung des Bergs, die das nicht von sich behaupten würden :-)

Tee-Haus im Japanischen Garten
Miniatur des Fujiyamas
Symbole der Berglandschaft Japans
















Auf den Spuren der Romanhelden
Den kleinen Garten hatten wir schnell besichtigt, sodass wird uns bald auf den Weg zum Bahnhof machen konnten. Von dort aus wollten wir dann mit dem Bus zu einem Aussichtspunkt fahren. Zuvor hat Heiko aber noch neue Freunde gefunden :-) Die Statuen stellen Charaktere aus einem japanischen Buch dar, das ab 1802 erschien. Es ist eine Art lustiger Reisebericht und ich vermute mal, dass den beiden in Shizuoka irgendwas Komisches zugestoßen sein wird... Irgendwie muss man sich ja seine Sehenswürdigkeiten schaffen ;-)  



Dabei ist die Landschaft schon sehenswürdig genug! Besonders, wenn man wie wir auf den Mt. Nihondaira fährt. Das Gebiet liegt auf einer Höhe von maximal 308 Metern, von wo aus man eine wunderbare Aussicht hat! Zum Beispiel vom Park hinter dem Nihondaira Hotel aus. Vielleicht könnt ihr euch nun ein Bild machen von der landschaftlichen Vielfalt von Meer und Bergen.

Der Hafen Shimizu aus ca. 300 Metern Höhe

Theoretischer Blick auf den Fujiyama ;-)
Da ich weiß, dass es Leute gibt, die unsere Wege bei Google Earth verfolgen: Der kleine See, der dort auf den Fotos zu sehen ist, ist momentan trocken gelegt ;-) Das macht aber gar nichts, denn mit dem Meer am Fuße der Hügel ist genügend Wasser vorhanden! Nur eins hat leider nicht ganz funktioniert: Der Aussichtspunkt ist vor allem bekannt und unter den 100 Top-Sightseeing-Punkten Japans, weil man an klaren Tagen den Fujiyama in voller Schönheit sehen kann. Bei uns hat es leider nur für eine kleine Spitze über den Wolken gereicht. Ja richtig, der helle weiße Punkt dort rechts etwas über meiner Schulterhöhe ist der Fuji! Wie ihr seht, ist Heiko nicht ganz begeistert, dass Wolken aufgezogen sind...Ok, vielleicht liegt der Blick auch an der blendenden Sonne - aber wer wird sich denn beschweren, wenn wir schon wettertechnisch so großzügig für den Regen-Samstag entschädigt werden?! 

Und noch haben wir ja genügend Zeit, um gemeinsam den Fuji zu sehen! Im Winter stehen die Chancen für ganz klare Tage auch besser....

Seilbahn



 Vom Besucherzentrum aus sind wir dann mit der Seilbahn runter gefahren. 

Die Fahrt hat nur 5 Minuten gedauert, ist aber trotzdem aufregend genug, wenn man beim Blick nach unten Nichts als hohe Bäume und tiefe Schluchten sieht. Vor allem, weil manche Teile so aussehen, als wären sie von Erdbeben leicht mitgenommen... 

Aber ich sag mir immer: "Die Japaner werden sich bei der Konstruktion schon was gedacht haben."



Außerdem hätten wir sonst nicht den "Kunōzan Tōshō-gū Schrein" besichtigen können. Dies ist der älteste Tōshō-gū Schrein Japans. Dort wird der Geist von Tokugawa Ieyasu als Heiligtum verwahrt. Dieser war ein wichtiger Shogun im 16. Jahrhundert...ok, weiter erklär ich die Begriffe nun nicht. Ihr kennt alle Wikipedia, also könnt ihr das auch selbst nachlesen :-P Was anderes mache ich gerade auch nicht, weil es an diesem Schrein leider kein Englisches Flugblatt gab.

Dafür viele leuchtende Farben und goldene Blätter! Und jede Menge Treppenstufen. Der Schrein steht nämlich auf dem Mt. Kuno und dort gibt es keine zentrale Plattform. Die verschiedenen Gebäude erstrecken sich somit über mehrere Dutzend Höhenmeter und sind gar nicht so einfach zu erklimmen, weil die Treppenstufen geschätzte 30 bis 40cm hoch sind. 

Roumon Tor am Eingang
Gold-Dekor am Schrein
Details der Dekoration
















Steinlaternen
Die Anlage wurde 1617 erbaut und es sind tatsächlich alles noch Original-Gebäude! Wie oft sie die Farben überpinseln, weiß ich natürlich nicht. Es ist allerdings ganz schön beeindruckend, dass sie es im 17. Jahrhundert geschafft haben, auf ca. 200 Metern eine so gewaltige Anlage zu erbauen, die trotz Erdbeben mehrere Jahrhunderte unbeschadet überstanden hat. Eigentlich sieht man nur den zahlreichen Steinlaternen ihr Alter an. Aber für Moosbefall und sauren Regen kann ja keiner was... 

Durch unsere Fahrt mit der Seilbahn haben wir ja eine recht gemütliche Anfahrt auf den Berg (oder viel mehr von oben herab) gehabt. Um von dort wieder weg zu kommen, haben wir allerdings die 1159 Treppenstufen in Richtung Küste gewählt. Diese verlaufen im Zickzack direkt am Berg entlang und man hat einen wunderbaren Blick aufs Meer.


Am "Strand"
Schauspiel der Wellen
Und dort wollte ich unbedingt hin! Nun lebe ich schon seit 2 Monaten auf einer Insel und war noch nicht mal am Wasser - kann ja wohl nicht sein! Unten haben wir uns an die Promenade gesetzt und eine Weile dem Schauspiel der Wellen zugeschaut. Die waren ca. 2 Meter hoch. Zum Glück ist die Promenade so weit das Auge reicht durch Wellenbrecher davor geschützt. Eigentlich mag ich so richtig schöne weiße Badestrände da schon lieber! Aber für ein paar abenteuerliche Fotos sind die Wellen natürlich gut! ;-)

Zwischen Wasser und Fuß des Berges gibt es auf voller Länge Erdbeer-Gewächshäuser und von Januar bis Mai kann man hier auch selbst pflücken. Wenn ich sage "auf voller Länge", dann sind das ca. 5km - Ich muss es wissen, denn wir sind den gesamten Weg und noch weiter bis zum Universitätsfest der Shizuoka Universität zu Fuß gelaufen, um dort zu Abend zu essen und dann mit dem Bus zurück Richtung Hotel zu fahren. Nach den Besichtigungen des Tages und diesem ca. 90-minütigem Marsch war danach mit uns nicht mehr viel anzufangen...

Und weil ihr fürs Lesen nun wahrscheinlich fast genauso lang gebraucht hab, komm ich (endlich^^) mal zum Ende.
Ich bin stolz auf alle, die durchgehalten haben ;-) Tschüssi